Zu Manso's 8. Geburtstag

geschrieben von Dine Herfurth

Es gab Zeiten, zu denen ich nicht einmal geträumt habe, dass Manso das Veteranenalter erreichen könnte. Deshalb will ich diese Gelegenheit nutzen und ein wenig über Manso erzählen, was ja auch aus züchterischen Gründen relevant sein könnte.

Rückblick

Im November 2009 bekamen wir ein furchtbares Ergebnis aus dem Labor. Manso hat ein Lymphosarkom, das erfahrungsgemäß aggresiv verläuft. Er war zu diesem Zeitpunkt gerade mal fünf Jahre alt. Ich hatte ein murmelgroßes Lipom am linken Ellbogen entdeckt, was von meiner (mehr als mitfühlenden) Tierärztin Dr. Annette Volkamer entfernt wurde. Während der Großteil des Lipoms eine unauffällige Struktur hatte, schickte Annette einige zweifelhafte Gewebepropben ein - mit besagtem Befund.

So beschlossen Anke und ich, Manso aus der Zucht zu nehmen. In der Folge musste Manso mehrere OP's über sich ergehen lassen, denn das Sarkom wuchs am Ellenbogen immer wieder nach und auch an anderen Gliedmaßen bildeten sich linsengroße Tumore, die aus der Haut geschnitten werden mussten. Unser großes Glück dabei war, dass sich die Tumore jeweils nur im Hautgewebe befanden, weshalb die Mediziner von einem kutanen Lymphosarkom sprechen. In dieser ganzen Zeit vermittelte Manso nie den Eindruck, dass er wirklich krank sei. Abgesehen von den drei Tagen mit Vollnarkose war er immer voll da und hat auch keine Medikamente bekommen. Im Gegenteil hatte ich alle Mühe, ihn wegen der großen Narben ruhig zu halten. 

Anstatt dem Verlauf der Krankheit nur zuzusehen, stellte ich die Nahrung auf BARF ohne Getreide um und konnte so anscheinend das Wachstum entschleunigen. Von März 2011 an war keine OP mehr nötig, der Tumor am Ellenbogen blieb linsengroß. Mit dem Einzug eines Welpen im Sommer 2011 schien Manso jedoch so Stress zu haben, dass sich der Tumor im Hautsack am Ellenbogen vervielfältigte. Jedoch wollte ich unter allen Umständen eine OP im Hochsommer vermeiden und griff auf Heilpilze zurück, die Manso als Kur verabreicht wurden. Meine Tierheilpraktikerin hatte sie speziell nach dem Laborbefund herausgesucht. Seit Weihnachten 2011 sind alle Tumore verschwunden, ich kann es kaum glauben. Manso erlebt seinen zweiten Frühling.

Laut Dr. Ruttemann von der Uni Utrecht, Spezialist für Krebserkrankungen beim Flat, kommt diese kutane Form höchst selten vor.

An dieser Stelle danke ich Anke, die mir trotz ihrer eigenen Sorgen in dieser Zeit immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Vielen Dank an Annette als hervorragende Chirurgin, ich durfte bei allen OP's bei Manso sein.

Aus den neun Würfen ist uns bis dato kein Fall bekannt, dass sich diese Krankheit weitervererbt haben könnte.

Manso ist der Hund,

  • der am liebsten bei JEDEM Spaziergang Dummies apportieren würde
  • der souverän unser Rüdenrudel anführt und sich noch nie mit einem anderen Hund gerauft hat
  • der Wasser über alles liebt, seine Sommerfrische verbringt er in der Badewanne
  • der immer meine Nähe sucht und beim Streicheln vor Freude sogar mit seinen Zähnen knirscht
  • der gerne im Haushalt hilft, Hauptsache, er darf etwas tragen
  • der noch als junger Hund eingestuft wird, weil er fast keine grauen Haare hat
Dine Herfurth